Warum Wischen besser funktioniert als Auswählen
In der App „Fotos“ ist Löschen Auswahlarbeit: auf Auswählen tippen, Miniaturen markieren und hoffen, dass kein gutes Foto dazwischenrutscht. Mit einer Wisch-App siehst du jedes Foto im Vollbild und triffst immer nur eine Entscheidung. Das hat zwei Vorteile: Du bist viel schneller und stößt auf Fotos, die du im Raster nie angesehen hättest (alte Screenshots, Kassenbons, das zehnte Foto vom selben Sonnenuntergang).
Alle diese Apps löschen über die Fotomediathek von iOS. Was du löschst, landet also in „Fotos“ im Album Zuletzt gelöscht und bleibt dort 30 Tage, falls du es dir anders überlegst. Die Unterschiede liegen im Rest: ob du prüfen kannst, was du löschst, was die Apps kosten, wie viel Werbung sie zeigen und was sie mit deinen Daten machen.
Worauf du achten solltest
- Ein eigener Papierkorb vor dem Löschen. Wenn du Aussortiertes noch einmal durchsehen (und ein Foto mit einem Tipp zurückholen) kannst, ersparst du dir böse Überraschungen, gerade wenn es schnell gehen soll.
- Der echte Preis. Viele Aufräum-Apps rechnen pro Woche ab: 5 oder 10 € pro Woche sind aufs Jahr gerechnet Hunderte Euro. Achte auf ein faires Jahresabo oder einen Einmalkauf.
- Werbung. In einer App, die du immer nur kurz nutzt, reißt dich eine Anzeige alle paar Fotos aus dem Rhythmus. Auf der App-Store-Seite steht, ob eine App Werbung enthält.
- Datenschutz. Deine Fotomediathek ist so persönlich wie kaum etwas anderes. Sieh dir auf der App-Store-Seite den Abschnitt App-Datenschutz an: Steht dort „Daten, die zum Tracking deiner Person verwendet werden“, teilt die App Daten für Werbezwecke mit Dritten.
- Wo du anfängst. Bei 10.000 Fotos mit dem ältesten zu beginnen, ist entmutigend. Es hilft, nach Monaten, nach Alben, nach einem bestimmten Tag oder Ort oder nach Fotoarten (Screenshots, unscharfe, ähnliche) vorzugehen.
Der Vergleich auf einen Blick
| App | Papierkorb vor dem Löschen | Preis (Eurozone) | Werbung | Tracking |
|---|---|---|---|---|
| Criba | Ja, zum Durchsehen und Zurückholen | Kostenlos 100 Fotos pro Tag; Pro 14,99 €9,99 €/Jahr oder 29,99 €19,99 € einmalig | Nein | Nein |
| Swipewipe | Nur das letzte widerrufen | Wöchentlich oder 29,99 €/JahrKäufe von 2,09 bis 47,99 € | Ja | Ja |
| Slider | Ja, mit Widerrufen | 22,99 €/Jahr | Nicht angegeben | Ja |
| Flic | Nein: direkt in „Zuletzt gelöscht“ | 50 Fotos pro Tag kostenlos; 44,99 €/Jahr oder 59,99 € einmalig | Nein | Nein |
| Clever Cleaner | Nein: direkt in „Zuletzt gelöscht“ | Wöchentlich oder 44,99 € einmalig | Nein | Ja |
Die Apps im Einzelnen
Criba
Nach rechts wischen zum Behalten, nach links zum Löschen und nach oben für Favoriten. Aussortiertes wartet in einem Papierkorb, in dem du es noch einmal durchsehen kannst; erst wenn du bestätigst, wandert es in „Fotos“ nach Zuletzt gelöscht. Statt beim ältesten Foto anzufangen, kannst du die Mediathek nach Monaten, im Kalender oder auf einer Karte erkunden, „An diesem Tag“ ansehen, auf Datum oder Ort eines Fotos tippen und nur diesen Tag oder Ort durchgehen, ein Album wählen (auch geteilte) oder direkt zu dem gehen, was Criba auf deinem iPhone findet: Dokumente und Belege, unscharfe Fotos und Gruppen ähnlicher Aufnahmen. Keine Konten, keine Werbung, keine Server: Die Analyse läuft auf dem Gerät.
Swipewipe
Eine der beliebtesten. Sie legt dir deine Fotos Monat für Monat vor und bietet Extras wie „An diesem Tag“, Streaks und KI-Fotoverbesserung. Finanziert wird sie über Wochen- oder Jahresabos plus Werbung, und laut ihren Datenschutzangaben werden Daten zum Tracking deiner Person verwendet. Den ausführlichen Vergleich mit Criba findest du unter Swipewipe-Alternative.
Slider
Schlicht und aufs Wesentliche konzentriert: links in den Papierkorb, rechts behalten und vor dem Leeren noch einmal prüfen. Es gibt nur ein Jahresabo. Werbung gibt die App-Store-Seite nicht an, die Datenschutzangaben nennen aber Daten, die zum Tracking deiner Person verwendet werden.
Flic
Das erste „Tinder für Fotos“, von Grund auf neu gebaut. Flic nutzt dieselben Gesten wie Criba (nach oben für Favoriten) und zusätzlich nach unten zum Teilen. Ohne Konto, ohne Werbung und ohne Tracking, mit 50 Fotos pro Tag gratis. Einen eigenen Papierkorb gibt es nicht: Was du löschst, landet direkt in „Fotos“ unter Zuletzt gelöscht.
Clever Cleaner
Eher ein kompletter Aufräumer als eine reine Wisch-App (Duplikate, große Videos, Screenshots, Komprimierung), mit einem Wisch-Modus ohne Tageslimit. Keine Werbung; bezahlt wird wöchentlich oder per Einmalkauf.
Und ganz ohne App?
Die App „Fotos“ hat keinen Wisch-Modus, bringt aber Werkzeuge mit, die du kennen solltest: das Album „Duplikate“, die Sammlung „Bildschirmfotos“ und die Mehrfachauswahl, bei der du einfach mit dem Finger über die Fotos streichst. Mehr dazu in iPhone-Fotos schnell löschen und doppelte Fotos löschen. Wenn du Android nutzt, sieh dir die Apps zum Fotos-Löschen per Wisch für Android an.
Häufige Fragen
Ist es sicher, Fotos mit einer Drittanbieter-App zu löschen?
Ja, solange die App dich bestätigen lässt. iOS zeigt vor dem Löschen eine eigene Abfrage, und Gelöschtes bleibt 30 Tage in „Fotos“ unter Zuletzt gelöscht, du kannst es also wiederherstellen. Prüfen solltest du dagegen den Datenschutz: Eine Aufräum-App muss deine Fotos auf keinen Server hochladen.
Gibt es eine kostenlose App, um Fotos per Wisch zu löschen?
Fast alle haben eine begrenzte Gratisstufe: Criba erlaubt 100 Fotos pro Tag mit allen Funktionen und ohne Werbung, Flic 50 Wischer pro Tag. Andere sind kostenlos, zeigen dafür aber Werbung.
Werden gelöschte Fotos auch aus iCloud entfernt?
Wenn du iCloud-Fotos nutzt, ja: Was du auf dem iPhone löschst, verschwindet auf all deinen Geräten, egal ob mit der App „Fotos“ oder einer anderen. Mehr dazu in iPhone-Fotos löschen.